36. EDO Herbsttagung, 4.- 6. September 2006, Wuppertal
 

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36. EDO Herbsttagung,
4. - 6. Oktober 2006, Wuppertal




Untersuchung von Schmauchspuren mittels m-RFA (Midex M) im kriminaltechnischen Institut des Bundeskriminalamtes

Dr. A. Berendes, D. Neimke, Dr. R. Schumacher, Dr. M. Barth  - Bundeskriminalamt – KT23 Schussspuren, 65193 Wiesbaden
 

Beim Abfeuern einer Schusswaffe entsteht, bedingt durch die physikalisch-chemischen Vorgänge im Inneren der Waffe, Schmauch, der sich hauptsächlich nach vorne, also aus dem Lauf heraus, verbreitet. Aber auch an der Hand des Schützen und auf dem Ziel lassen sich Schmauchspuren nachweisen.

Der Nachweis von Schmauch erfolgt konventionell durch chemographisches Anfärben und anschließende Kontrolle der Partikel-Morphologie im Rasterelektronenmikroskop. Erst wenn beide Verfahren ein positives Ergebnis liefern, gilt der Schmauch als eindeutig nachgewiesen. Durch das chemographische Anfärben entsteht ein Schmauchverteilungsbild anhand dessen man eine Einschätzung über die Schussentfernung vornehmen kann. Ein neuartiges m-RFASpektrometer, ermöglicht die einfache Aufnahme von Elementverteilungsbildern, ohne den Einsatz von Chemikalien, und die Untersuchung der Schmauchzusammensetzung, die zur Identifizierung der eingesetzten Munition verwendet wird. Ein weiterer Messmodus ermöglicht auch den Einsatz des Gerätes zur schnellen Identifizierung einer Stelle als Schussdefekt, indem ein “Linescan” quer über die zu untersuchende Stelle durchgeführt wird.

Das physikalische Messprinzip ermöglicht den simultanen Nachweis fast aller in der Probe vorhandenen Elemente. Dadurch werden Schwierigkeiten umgangen, die bei schwermetallfreier Munition, die nur noch Elemente enthält, die sich chemographisch schlecht nachweisen lassen, auftreten. Ein Vorteil der m-RFA gegenüber einem µ-RFA-Gerät, das eine wesentlich größere Auflösung liefert, ist die kürze Messdauer, wobei die gebotene Auflösung für die Anwendung in der Schmauchuntersuchung völlig ausreichend ist.

Durch den Einsatz von unterschiedlichen, speziell konstruierten, Probenhaltern, kann eine große Bandbreite an möglichen Proben abgedeckt werden. In einem Halterahmen können Textilstücke, PVAL-Handschuhe oder Klebfolien bis zu einer maximalen Größe von 20 x 20 cm untersucht werden. Eine Aufspann-Vorrichtung ermöglicht sogar das Einbringen kompletter Kleidungsstücke ohne aus diesen die zu untersuchenden Bereiche herausschneiden zu müssen. Auch Hautproben können analysiert werden, durch den Einsatz eines peltiergekühlten Halters, der die Zersetzung der Probe und damit eine eventuell entstehende Geruchsbelästigung minimiert. Bei größeren Proben, die nicht in die Probenkammer eingebracht werden können, werden Schmauchrückstände auf eine Klebfolie als Sekundärprobenträger übertragen und so der Messung zugänglich gemacht.

Bei Fragen und Anregungen email an edo@electronics.uni-wuppertal.de